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David Lynch
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David Keith Lynch kam am 20. Januar 1946 in Missoula, Montana, zur Welt und besuchte die Corcoran School of Art in Washington, die Boston Museum School sowie die Pennsylvania Academy of Fine Arts in Philadelphia. Während seiner Ausbildung drehte er die Kurzfilme "Six Men Getting Sick" sowie "The Alphabet" und erhielt 1967 ein Stipendium am American Film Institute. Nachdem 1969 seine Bilder als Maler in der Paley Library Galerie in Philadelphia ausgestellt wurden, begann Lynch einen Kurs am Center for Advanced Film Studies und drehte dort seinen nächsten Kurzfilm "The Grandmother". Zwischen 1972 und 1976 drehte er mit konstanten Unterbrechungen und Mikroetat seinen ersten abendfüllenden Spielfilm - "Eraserhead" hatte schließlich 1977 Premiere und es dauerte nicht lange, bevor sich die albtraumhafte Story mit Jack Nance in der Hauptrolle zum veritablen Kultfilm entwickelte. Auf der künstlerischen Basis von "Eraserhead" bekam Lynch von Mel Brooks das Regieangebot zu dessen Produktion "The Elephant Man" - und mit John Hurt in der Hauptrolle inszenierte der junge Regisseur ein Meisterwerk über innere Schönheit und Humanität hinter vermeintlichem Horror, das 1980 zum Welterfolg wurde und acht Oscar-Nominierungen erhielt. Auch für die beste Regie und das beste Drehbuch, das wie bei fast allen seinen Arbeiten auch von Lynch stammte. Danach bekam er das Angebot, "The Return of the Jedi" zu inszenieren, lehnte jedoch ab, um sich zunächst an seinem nie verfilmten Originalstoff "Ronnie Rocket" und schließlich an der verkorksten Adaption von Frank Herberts "Dune" die Finger zu verbrennen. Nach dem Flop der Dino Di Laurentiis- Produktion gelang Lynch 1986 wohl der Schlüsselfilm seiner Karriere. Mit "Blue Velvet" und Kyle MacLachlan, Dennis Hopper sowie Lynchs damaliger Frau Isabella Rosselini in den Hauptrollen kreierte er ein Panoptikum des Bösen und Bizarren unter Suburbia-Oberfläche. Für Blue Velvet wurde David Lynch mit einer Oscarnominierung als bester Regisseur ausgezeichnet. Im Jahre 1990 wurde sein brutales Road-Movie Wild At Heart mit der Goldenen Palme von Cannes bedacht. Im selben Jahr hob er die überaus erfolgreiche TV-Serie Twin Peaks aus der Taufe und beschäftigte sich mit den kuriosen Bewohnern der gleichnamigen Stadt. Typisch für David Lynch: er gab keine 100%ige Antwort auf die entscheidende Frage "Who killed Laura Palmer?". Die Lösung bleibt mehr oder weniger den Spekulationen der treuen Anhänger überlassen, für die die Serie inzwischen Kultstatus besitzt. Im Jahre 1992 drehte er den Spielfilm Twin Peaks: Fire Walk With Me der ein Prequel der TV-Serie ist und die letzten Tage der Laura Palmer schildert. Nach den beiden TV Produktionen On the Air und Hotel Room kehrte David Lynch erst 1997 mit Lost Highway wieder auf die Kinoleinwand zurück. Der äußerst komplexe und vielschichtige Film über einen Mörder und seine Seelenwanderung war ein finanzielles Desaster und spielte nicht einmal ein drittel der Produktionskosten ein. In The Straight Story erzählt David Lynch die Geschichte eines alten Mannes, der mit seinem Rasenmäher sechs Wochen unterwegs ist, um seinen sterbenden Bruder zu besuchen. Sein Drama Mullholland Drive, das eigentlich ein Pilot zu einer Fernsehserie werden sollte, brachte ihm im Jahr 2001 eine Golden Palme als bester Regisseur ein. Der Film handelt von einer Frau mit Gedächtnisverlust, die verzweifelt versucht ihre Vergangenheit wiederzufinden. David Lynch geht es in seinen Filmen um den künstlerischen Hochgenuß des Publikums, Einspielergebnisse tangieren ihn nur peripher. Seine Mischung aus makaberen und komplexen Charakteren, ein wenig sozialer Kritik und scharfsinnigen, aber gleichzeitig traumartigen Horrorsequenzen hat den Regisseur und Drehbuchautor zu seinem Kultstatus verholfen.